Fehler passieren. Die Frage ist nur: Was machen wir daraus?
- 18. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Niemand macht gern Fehler. Schon gar nicht im Arbeitsalltag, wenn der Druck und die Erwartungen hoch sind und die To-do-Listen lang. Fehler gelten schnell als Schwäche, als etwas, das man nicht zugibt oder zumindest gut versteckt. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem, denn Fehler sind nicht das Gegenteil von Qualität.
In vielen Praxen herrscht die stille Hoffnung, dass mit fixierten Regeln, starker Kontrolle und Mitarbeitenden, die sich einfach nur an die Vorgaben halten, möglichst keine Fehler passieren.
Die Realität sieht oft anders aus, denn wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Immer.
Der Unterschied liegt nicht darin, ob Fehler passieren, sondern wie damit umgegangen wird.
Eine gute Fehlerkultur bedeutet nicht, dass alles egal ist. Es bedeutet, dass Fehler ernst genommen werden ohne Angst, Schuldzuweisungen oder Bloßstellung. Dort, wo Fehler nicht offen angesprochen und angenommen werden oder gar eine Strafe droht, passiert meist Folgendes:
Probleme werden vertuscht oder heimlich „geradegezogen“
wichtige Informationen gehen verloren
Mitarbeitende sichern sich ab, suchen den/ die "Schuldige:n" statt Verantwortung zu übernehmen und zu überlegen, was beim nächsten Mal hilft
Lernchancen bleiben ungenutzt
Kurz gesagt: Es wird unsicherer, anstrengender und auch teurer für alle Beteiligten.
Eine häufige Sorge lautet: „Wenn wir Fehler zulassen, wird alles schlampig.“ Das Gegenteil ist der Fall. In Teams mit einer konstruktiven Fehlerkultur wird genauer hingeschaut, früher nachgefragt und offener kommuniziert.
Tatsächlich ist es aber so, dass Fehler nicht bagatellisiert, sondern genutzt werden, um:
Abläufe und Prozesse zu verbessern
Missverständnisse aufzuklären
Zuständigkeiten zu überprüfen und zu schärfen
Zusammenarbeit zu stärken
Schon mit Kleinigkeiten kann die Fehlerkultur im Arbeitsumfeld verbessert werden. Wir haben in einem kostenlosen Merkblatt drei Impulse für eine bessere Fehlerkultur zusammengetragen, die du selbst leicht anwenden kannst.
Drei erste Impulse für eine bessere Fehlerkultur
Ganz ohne große Programme oder Workshops lassen sich bereits erste Schritte gehen:
Sprache bewusst nutzen
Es macht einen großen Unterschied, ob gefragt wird:
„Wie konnte das passieren?“ oder „Was können wir daraus lernen?“
Vorleben statt fordern
Wenn Führungskräfte eigene Fehler offen ansprechen, entsteht Sicherheit. Fehlerkultur beginnt immer oben.
Zeit für Reflexion schaffen
Kurze Rückblicke in regelmäßigen Abständen helfen, Muster zu erkennen – ohne Schuldzuweisung.
Die entscheidende Frage zum Schluss:
Nicht: Wie verhindern wir jeden Fehler?
Sondern: Was passiert bei uns, wenn etwas schiefgeht?
Die Antwort darauf sagt mehr über eine Organisation aus als jedes Leitbild.
Eine starke Fehlerkultur entsteht nicht über Nacht. Aber sie beginnt mit Aufmerksamkeit, Haltung – und der Bereitschaft, genauer hinzuschauen. Der Rest lässt sich gestalten.


Kommentare